Rhein-Niedrigwasser belastet weiterhin die Preise
Der Ölmarkt bleibt von der angespannten Situation rund um die Strasse von Hormus bestimmt. Eine schnelle Einigung zwischen den USA und dem Iran ist weiterhin nicht absehbar. Neue Angriffe auf Schiffe sorgen zusätzlich für Unsicherheit. Die fundamentale Marktlage bleibt deshalb bullish und preisstützend. Sollten die weltweiten Ölvorräte weiter sinken, könnte Brent gemäss Marktbeobachtern sogar in Richtung 100 US-Dollar je Barrel steigen.
Aktuelle Rheinsituation
Die Lage auf dem Rhein verschärft sich weiter. Auf wichtigen Abschnitten sind die Wasserstände mittlerweile so tief, dass die Schifffahrt stark eingeschränkt ist. Da vorerst kaum Regen erwartet wird, dürften die Pegel weiter sinken. Für die Schweiz ist diese Entwicklung besonders wichtig. Über die Schweizer Rheinhäfen in Basel gelangen grosse Mengen an Mineralölprodukten, Rohstoffen und weiteren Gütern ins Land.
Immer weniger Ladung pro Schiff
Bei Niedrigwasser können Frachtschiffe nur noch einen Teil ihrer normalen Ladung transportieren. Besonders kritisch ist derzeit der Pegel bei Kaub. Obwohl dieser in Deutschland liegt, müssen viele Schiffe auf dem Weg nach Basel diese Stelle passieren. Wird die Durchfahrt weiter eingeschränkt, wirkt sich dies direkt auf die Transporte in die Schweiz aus.Ein Ausweichen auf Strasse und Schiene ist nur begrenzt möglich. Ein Binnenschiff mit rund 1'500 Tonnen Ladung ersetzt ungefähr 60 Lastwagen. Entsprechend schwierig und teuer ist es, grössere Mengen kurzfristig auf andere Transportwege zu verlagern.
Höhere Transportkosten
Erste Industrieunternehmen entlang des Rheins haben ihre Produktion aufgrund fehlender Rohstoffe bereits eingeschränkt. Dies zeigt, wie angespannt die Situation mittlerweile ist.
Für den Schweizer Markt können die sinkenden Pegel zu längeren Lieferzeiten und steigenden Transportkosten führen. Besonders bei Mineralölprodukten wirken sich höhere Frachtkosten negativ auf die Preise aus. Eine Entspannung ist erst in Sicht, wenn im Einzugsgebiet des Rheins wieder ausreichend Regen fällt. Bis dahin bleibt das Niedrigwasser ein wichtiger Unsicherheits- und Preisfaktor für die Schweiz.
Fazit:
Damit kommen aktuell zwei Belastungsfaktoren zusammen: hohe internationale Ölpreise und steigende Transportkosten auf dem Rhein. Bei den Schweizer Inlandspreisen sind deshalb weiterhin feste bis steigende Preise möglich. Zusätzlich kann der bevorstehende Frontmonatswechsel bei ICE Gasoil kurzfristig für stärkere Schwankungen sorgen.
Börsendaten 12.08.2026 um 09:41
ICE-Gasoil Aug: 1335.00$
ICE-Brent Okt: 89.16$
NY-Rohöl WTI Sep: 83.51$
US-Dollar/CHF: 0.8118
Rheinfracht nach Basel: 240.00