Die OPEC+ hat am Wochenende die Förderquoten für August erneut um 188.000 Barrel pro Tag angehoben. Die Massnahme war von den Märkten bereits erwartet worden und hat kurzfristig kaum Auswirkungen auf die tatsächliche Versorgung. Viele Förderländer produzieren weiterhin unter ihren Quoten, sodass die zusätzlichen Mengen zunächst nur begrenzt auf den Weltmarkt gelangen. Insgesamt zeigt sich die Versorgungslage jedoch zunehmend entspannter. Die Exporte aus dem Persischen Golf nehmen weiter zu, liegen aber noch immer rund 40 % unter dem Vorkriegsniveau. Gleichzeitig löst sich der Tankerstau in der Strasse von Hormus nach und nach auf. Auch die vorläufige Einigung zwischen den USA und dem Iran trägt zu einer Beruhigung der geopolitischen Lage bei. Unterstützt wird das Angebot zusätzlich durch steigende Rohölexporte aus Russland. Aufgrund ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien kann dort weniger Rohöl verarbeitet werden, wodurch grössere Mengen exportiert werden.
An den Terminmärkten deutet die sich entwickelnde Contango-Struktur darauf hin, dass Händler mittelfristig mit einer besseren Versorgung und einem möglichen Überangebot rechnen. Kurzfristig bleiben die Preise jedoch aufgrund der weiterhin eingeschränkten Exportmengen und der Unsicherheiten rund um die Strasse von Hormus volatil.
Unsere Einschätzung
- Kurzfristig erwarten wir eine weitgehend stabile Preisentwicklung mit Schwankungen aufgrund geopolitischer Nachrichten.
- Mittel- bis langfristig spricht die steigende Produktion der OPEC+, die Erholung der Exporte sowie die Erwartung eines höheren Angebots eher für nachgebende Preise.
Die Pegelsituation auf dem Rhein bleibt angespannt. Aufgrund des Niedrigwassers können Binnenschiffe insbesondere auf der Strecke, bis Basel weiterhin nur eingeschränkt beladen werden. Dadurch fallen erhöhte Niedrigwasserfrachten an, die sich auf die Transportkosten auswirken. Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit erst mit ergiebigen Niederschlägen zu erwarten.