Die zuletzt zunehmenden Spannungen im Nahen Osten sorgen erneut für steigende Preise und eine erhöhte Unsicherheit an den Märkten. Gleichzeitig bleiben die internationalen Transportwege angespannt.
Der Preis für ICE Gasoil, ein wichtiger Richtwert für die Entwicklung von Diesel und Heizöl, ist deutlich gestiegen und liegt aktuell bei 1'309.50 US-Dollar pro Tonne. Auch der Rohölpreis für Brent hat wieder die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel überschritten.
Besonders kritisch ist weiterhin die Situation rund um die Strasse von Hormus. Über diese wichtige Seeroute wird ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt. Der Schiffsverkehr ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Sollte sich die Situation weiter verschärfen oder die Durchfahrt länger eingeschränkt bleiben, könnte dies zu erheblichen Liefer- und Versorgungsproblemen führen.
Auch die Angriffe auf Energieanlagen in Russland sowie die anhaltenden Spannungen im Roten Meer belasten den Markt. Die geopolitischen Risiken führen deshalb zu einem zusätzlichen Preisaufschlag beim Rohöl und bei den Mineralölprodukten. Für die Produktpreise sorgt zudem ein Brand in einem wichtigen US-Treibstofflager in Oklahoma für zusätzliche Unsicherheit. Das betroffene Lager ist an ein bedeutendes Pipeline-Netz angeschlossen und spielt eine wichtige Rolle bei der Versorgung des US-Marktes. Zwar sind die Auswirkungen derzeit regional begrenzt, dennoch reagierten die Märkte mit höheren Preisen für Benzin und Mitteldestillate wie Diesel.
Was bedeutet das für Heizöl und Diesel in der Schweiz?
Die aktuelle Entwicklung spricht kurzfristig eher für steigende Preise bei Heizöl, Diesel und Benzin. Zwar können zusätzliche Fördermengen und eine schwächere Nachfrage den Preisanstieg teilweise begrenzen. Solange jedoch keine nachhaltige Entspannung im Nahen Osten absehbar ist, bleibt das Risiko weiterer Preisaufschläge bestehen. Zusätzlich bleibt die Versorgungssituation in der Schweiz durch die tiefen Wasserstände auf dem Rhein angespannt. Die eingeschränkte Rheinschifffahrt verteuert den Transport von Mineralölprodukten und kann die verfügbaren Transportkapazitäten zusätzlich belasten.
Wer seinen Tank rechtzeitig auffüllt, reduziert das Risiko, im Herbst gleichzeitig mit vielen anderen Kunden bestellen zu müssen. Bei steigender Nachfrage, eingeschränkter Rheinschifffahrt und möglichen geopolitischen Störungen können längere Lieferfristen und zusätzliche Preisaufschläge nicht ausgeschlossen werden.