Ölpreise bleiben angesichts geopolitischer Unsicherheiten volatil

Die Ölfutures zeigten sich am Mittwoch trotz hoher geopolitischer Unsicherheiten volatil, wobei die fundamentalen Faktoren weiterhin überwiegend bullish einzuschätzen waren. Die zunehmenden Befürchtungen eines möglichen US-Militärschlags gegen den Iran nach den US-Zwischenwahlen stützten die Ölpreise. Gleichzeitig sorgte der anhaltende Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der jemenitischen Huthi-Miliz für zusätzliche Angebotsrisiken. Berichte über verstärkte Vermittlungsbemühungen Katars und mögliche diplomatische Fortschritte zwischen den USA und dem Iran begrenzten jedoch das Aufwärtspotenzial. Für zusätzliche Unsicherheit sorgten widersprüchliche Meldungen über einen Brief von US-Vizepräsident JD Vance an den iranischen Sicherheitschef Mohsen Rezaei. Während Medien darin einen möglichen Ansatz für Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sahen, sprach US-Präsident Trump von einem Hilfsangebot im medizinischen Bereich. Irans Aussenminister Abbas Araghchi betonte unterdessen, dass Teheran der Diplomatie weiterhin eine Chance geben wolle. Technisch belasteten Verkaufssignale des Stochastik-Indikators sowie der Rückfall von WTI und Gasoil unter ihre Aufwärtstrendkanäle die Marktentwicklung. Nach anfänglichen Kursgewinnen stiessen die Ölkontrakte zunächst auf Widerstände, bevor die offiziellen US-Lagerbestandsdaten neue Impulse lieferten. Der Rückgang der Rohöl- und Destillatbestände unterstützte insbesondere die Mitteldestillatkontrakte und half Gasoil, den gleitenden Durchschnitt der vergangenen sieben Tage zu überwinden. Trotz dieser Unterstützung kam es am Abend zu Gewinnmitnahmen, durch die Brent zeitweise bis in den Bereich des Vortagestiefs zurückfiel. Die US-Notenbank beliess ihre Leitzinsen wie erwartet unverändert, was den Dollar leicht schwächte, die Ölpreise jedoch nur begrenzt beeinflusste. Am Donnerstagmorgen standen die Ölpreise erneut unter Druck, da Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche die Sorgen vor möglichen Lieferausfällen etwas dämpften. Brent notierte wieder unterhalb von 115 US-Dollar, während sich WTI in Richtung der Marke von 100 US-Dollar bewegte. Die verstärkte US-Militärpräsenz in der Region und die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz verhinderten jedoch eine deutlichere Entspannung. Insgesamt bleibt die fundamentale Marktlage aufgrund der geopolitischen Risiken überwiegend bullish, während die technische Situation kurzfristig eher zur Vorsicht mahnt. Für die Inlandspreise zeichnet sich dennoch weiteres Abwärtspotenzial ab, da die jüngste Abwärtskorrektur bei ICE Gasoil nachwirkt. 

 

Börsendaten 29.10.2026 um 08:50
ICE-Gasoil NOV: 1442.75$
ICE-Brent DEZ: 114.70$
NY-Rohöl WTI DEZ: 101.78$
US-Dollar/CHF: 0.8284
Rheinfracht nach Basel: 260.00