Die Ölpreise entwickelten sich am Donnerstag uneinheitlich. Während der ICE-Gasoil-Kontrakt deutlich auf 913.50 US-Dollar je Tonne stieg, blieben die Rohölpreise trotz zwischenzeitlicher Erholung unter wichtigen charttechnischen Marken. Belastend wirkten die Entspannung im Tankerverkehr durch die Strasse von Hormus, Aussagen von US-Präsident Trump über einen gebührenfreien Transit sowie Pläne Saudi-Arabiens zur Wiederaufnahme von Ölexporten. Unterstützung erhielt Gasoil hingegen durch die Hitzewelle in Europa, einen möglichen Raffineriestreik in Antwerpen und robuste US-Konjunkturdaten.
Am Abend sorgte der Beschuss des Containerschiffs Ever Lovely in der Strasse von Hormus erneut für geopolitische Spannungen und einen kurzfristigen Anstieg der Ölpreise. Da die USA zunächst zurückhaltend reagierten und die Wasserstrasse weiterhin geöffnet blieb, fiel die Marktreaktion jedoch begrenzt aus. Insgesamt deutet sich für Brent und WTI dennoch die dritte Verlustwoche in Folge an, während Gasoil aufgrund eines knapperen Angebots vergleichsweise stabil bleibt. Für die Inlandspreise ergibt sich trotz leichter Rückgänge an den Börsen am Freitagmorgen weiterhin Potenzial für Aufschläge.
Börsendaten 26.06.2026 um 08:46
ICE-Gasoil JULI: 905.50$
ICE-Brent AUG: 73.92$
NY-Rohöl WTI AUG: 70.57$
US-Dollar/CHF: 0.8088
Rheinfracht nach Basel: 59.50