Donald Trump hat die Lage am Persischen Golf weiter eskalieren lassen und die Waffenruhe erneut infrage gestellt. Die Ölpreise bleiben dadurch gestützt, auch wenn die starken Kurssprünge zu Beginn des Konflikts inzwischen ausgeblieben sind. Am Markt scheint sich zunehmend ein Gewöhnungseffekt einzustellen, während sich die Teilnehmer auf länger anhaltende Einschränkungen der Exportströme einstellen.
Die seit Anfang April bestehende Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran gilt zwar weiterhin, zeigte zuletzt jedoch deutliche Risse. Besonders seit der US-Blockade iranischer Schiffe kam es wiederholt zu Angriffen auf Schiffe, militärische Ziele und Energieanlagen. Für den Ölmarkt liegt die grösste Gefahr weiterhin in möglichen Schäden an wichtiger Infrastruktur, da dies eine Rückkehr zur Normalität deutlich verzögern würde.
Auch Analysten zeigen sich zunehmend skeptisch hinsichtlich eines nachhaltigen Friedensabkommens. Bloomberg Economics erwartet zwar weitere militärische Auseinandersetzungen, geht jedoch davon aus, dass intensive Gefechte jeweils nur von kurzer Dauer sein werden und anschliessend wieder ein tieferes Konfliktniveau erreicht wird. Marktbeobachter sehen dennoch erhebliche Aufwärtsrisiken für den Ölpreis, sollte bis Ende Mai keine Einigung erzielt werden. Gleichzeitig könnte ein echter Durchbruch in den Verhandlungen die Preise deutlich entlasten.
Der Konflikt dürfte zudem Thema beim Treffen zwischen Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping werden. Die USA wollen dabei insbesondere Chinas Haltung gegenüber dem Iran ansprechen. Parallel dazu verhängte das US-Finanzministerium weitere Sanktionen gegen Unternehmen, die iranische Ölexporte nach China unterstützt haben.
Obwohl die Preisbewegungen an ICE und NYMEX zuletzt vergleichsweise moderat ausfallen, bleibt die fundamentale Markteinschätzung insgesamt bullish.
Börsendaten 12.05.2026 um 08:50
ICE-Gasoil MAI: 1205.50$
ICE-Brent JUL: 105.82$
NY-Rohöl WTI JUNI: 99.95$
US-Dollar/CHF: 0.7800
Rheinfracht nach Basel: 34.00