Die Lage im Persischen Golf bleibt angespannt. Nachdem zur Wochenmitte noch Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung zwischen den USA und dem Iran für sinkende Ölpreise gesorgt hatten, kam es nun erneut zu militärischen Zwischenfällen in der Strasse von Hormus. Beide Seiten werfen sich gegenseitige Angriffe vor.
Nach Angaben des US-Militärs wurden amerikanische Kriegsschiffe beim Passieren der Meerenge von iranischen Einheiten angegriffen. Die USA reagierten darauf mit Luftschlägen gegen militärische Ziele im Iran. Während Teheran die bestehende Waffenruhe als gebrochen ansieht, spricht Washington weiterhin von einer gültigen Feuerpause.
Die erneute Eskalation belastet die Hoffnungen auf eine schnelle Friedenslösung deutlich. Gleichzeitig bleibt die wichtige Strasse von Hormus – eine der zentralen Öltransportrouten weltweit – weiterhin nur eingeschränkt nutzbar. Die Unsicherheit über die zukünftige Versorgungslage sorgt daher weiterhin für starke Schwankungen an den Ölmärkten.
Die Ölpreise reagierten zunächst mit deutlichen Aufschlägen, gaben im weiteren Verlauf jedoch einen Teil der Gewinne wieder ab. Insgesamt bleibt die Marktentwicklung aktuell sehr volatil und stark von politischen Nachrichten abhängig.
Nach den starken Schwankungen vom Donnerstag deuten sich aktuell zunächst leichte Preisnachlässe heute an.
Die Lage im Persischen Golf sorgt weiterhin für erhebliche Störungen im internationalen Warenverkehr. Aufgrund des Konflikts zwischen dem Iran und den USA sitzen derzeit zahlreiche Container- und Tankschiffe in der Region fest. Besonders betroffen ist die wichtige Schifffahrtsroute durch die Strasse von Hormus, über die normalerweise ein grosser Teil des weltweiten Öl- und Warenhandels läuft.
Nach Angaben des Logistikunternehmens Kühne + Nagel werden aktuell über 100 Containerschiffe mit rund 390.000 Containern in der Region blockiert. Zusätzlich können zahlreiche Öltanker ihre Routen nicht wie geplant fortsetzen. Viele Schiffe ankern seit Wochen vor dem Hafen Jebel Ali in Dubai, einem der wichtigsten Umschlagplätze im Nahen Osten.
Die Situation bleibt angespannt, da Reedereien Sicherheitsrisiken für ihre Crews befürchten. Mehrere Vorfälle und Angriffe auf Schiffe haben die Unsicherheit zuletzt weiter erhöht. Gleichzeitig erschweren gestörte Navigations- und Ortungssysteme den Schiffsverkehr zusätzlich.
Selbst im Falle einer schnellen politischen Einigung rechnen Experten damit, dass es noch Wochen dauern dürfte, bis sich die Lieferketten wieder normalisieren. Neben Verzögerungen im Warenverkehr könnte dies auch Auswirkungen auf Transportkosten und Energiepreise haben.
Börsendaten 08.05.2026 um 08:53
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