Der Fokus verschiebt sich auf die Logistik

Für Schweizer Brenn- und Treibstoffkunden rückt derzeit ein Faktor besonders in den Fokus: die Logistik.

 

Die Rheinfrachten sind in den vergangenen Tagen aufgrund der tiefen Pegelstände deutlich gestiegen. Sinkende Wasserstände auf dem Rhein schränken die Beladung der Tankschiffe ein, wodurch sich die Transportkosten erhöhen. Der Pegel in Kaub liegt per 30. Juni bei gerade einmal 86 Zentimetern. Dieser Effekt kann die aktuell tieferen internationalen Ölpreise teilweise oder sogar vollständig kompensieren und verhindert, dass Preisrückgänge am Weltmarkt eins zu eins bei den Schweizer Endkunden ankommen.

 

Zusätzlich wirkt der verhältnismässig starke US-Dollar preistreibend. Da Rohöl und Mineralölprodukte weltweit in US-Dollar gehandelt werden, verteuert ein fester Dollar die Importe für die Schweiz. Damit treffen steigende Frachtkosten und ein ungünstiger Wechselkurs gleichzeitig auf den Inlandmarkt und begrenzen das weitere Abwärtspotenzial der Heizölpreise.

 

Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Heizöl im zweiten Quartal eher verhalten war. Die hohen Preise und die unsichere Marktlage führten dazu, dass viele Kundinnen und Kunden abwartend reagierten. Lieferungen, die normalerweise im Frühjahr oder Sommer stattgefunden hätten, wurden in den Herbst verschoben. Genau darin liegt eine zusätzliche logistische Herausforderung: Die Fahrzeug- und Lieferkapazitäten der Anbieter sind begrenzt. Wenn im dritten und vierten Quartal aufgeschobene Bestellungen, saisonal steigende Nachfrage und mögliche Einschränkungen auf dem Rhein zusammentreffen, kann dies rasch zu Engpässen und steigenden Preisen führen.

 

Unsere Empfehlung ist deshalb klar: Wer in den kommenden Monaten Heizöl oder Treibstoff benötigt, sollte das aktuell noch einigermassen attraktive Preisniveau nutzen und die Tanks möglichst frühzeitig füllen. Auf deutlich tiefere Preise zu spekulieren, ist aus heutiger Sicht mit erheblichen Risiken verbunden. Die geopolitische Lage bleibt angespannt, die Entwicklung der Rheinfrachten ist unsicher, und auch der US-Dollar kann die Importpreise weiterhin beeinflussen.

 

Eine Bestellung im Sommer schafft Planungssicherheit, entlastet die Logistik und reduziert das Risiko, im Herbst bei steigender Nachfrage und knapperen Lieferkapazitäten zu höheren Preisen einkaufen zu müssen. Wer jetzt handelt, sichert sich nicht nur den aktuellen Marktpreis, sondern auch eine zuverlässige Versorgung, bevor die saisonale Nachfrage wieder spürbar zunimmt.

 

 

Börsendaten 30.06.2026 um 08:50


ICE-Gasoil JULI: 895.50$
ICE-Brent AUG: 72.14$
NY-Rohöl WTI AUG: 69.98$
US-Dollar/CHF: 0.8092
Rheinfracht nach Basel: 65.00