Die Lage am Ölmarkt blieb insgesamt angespannt und stark bullish, da es weiterhin keine diplomatische Lösung im Konflikt am Persischen Golf gibt und die USA Verhandlungen mit dem Iran ablehnen. Gleichzeitig sorgen politische Spannungen, neue Sanktionen und die anhaltende Blockade der Strasse von Hormus für Unsicherheit und steigende Risikoprämien.
Charttechnisch gab es zunächst gemischte Signale, doch im Tagesverlauf setzten sich steigende Preise durch. Rohölpreise wie Brent und WTI erreichten neue Höchststände und durchbrachen ihre technischen Begrenzungen, unterstützt durch Angebotsengpässe und bullishe Lagerdaten aus den USA.
Die Krise führt bereits zu realen Auswirkungen auf das Angebot: Die Produktion im Golf ist stark eingeschränkt, und auch Produkte wie Kerosin werden knapper. Gleichzeitig verstärkten geopolitische Ereignisse, etwa Angriffe auf russische Energieinfrastruktur, den Preisdruck zusätzlich.
Der Austritt der VAE aus der OPEC+ hat kurzfristig kaum Einfluss auf die Preise, zeigt aber, dass sich die Struktur des Kartells langfristig verändern könnte. Eine geplante Fördererhöhung der OPEC+ hätte aktuell vor allem symbolischen Charakter, da viele Länder wegen der Blockade ohnehin weniger produzieren.
Zudem prüfen die USA offenbar militärische Optionen gegen den Iran, was das Risiko einer weiteren Eskalation erhöht. Insgesamt erwarten Marktteilnehmer daher, dass die Krise länger andauert, das Angebot knapp bleibt und die Ölpreise weiter steigen könnten.